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Mittwoch, 26. März 2008

An eine Schneeflocke und Konsorten

von Karl Friedrich Kretschmann (1738 – 1809)

Dich, vor Minuten noch, im Himmel Hochgeborner,
Bewundernswürdiger, Gesunkener, Verlorner,
O schöner Stern! mein Lied soll dich verewigen! – –
Doch – halt! – wo bist du denn?

Schneeflocken

von Klabund (1890 – 1928)

Wende ich den Kopf nach oben:
Wie die weissen Flocken fliegen,
Fühle ich mich selbst gehoben
Und im Wirbeltanze wiegen.

Dicht und dichter das Gewimmel;
Eine Flocke bin auch ich. –
Wieviel Flocken braucht der Himmel,
Eh die Erde langsam sich
Weiss umhüllt.

Schneeflocke

von Felix Dörmann (1819 – 1895)

Du bist eine weiße Flocke,
Ein himmelentsprungenes Kind
Und wirbelst – licht und selig
Dahin durch Wolken und Wind.

Du bist eine weiße Flocke –
Du stirbst der Flocken Tod:
Nach kurzem Sonnengruße
In Straßenstaub und Kot . . .

Aus: Neurotica. Leipzig 1891.

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