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Freitag, 17. April 2009

Gleichberechtigung im 17. Jahrhundert

Abwechselung

Wil der Herr, daß seine Frau ihre Magd ihm lege bey,
Muß er, daß der Knecht zur Frau möge krichen, stellen frey.
Friedrich von Logau (1605 – 1655)

Die Liebe

Wer in der Liebe lebt, ist bey Vernunfft doch toll;
Wer in der Liebe lebt, ist nüchtern dennoch voll.
Friedrich von Logau (1605 – 1655)

Kleinmütigkeit

Hoch kümmt schwerlich der, der doch
Wenig achtet, wann er hoch.
Friedrich von Logau (1605 – 1655)

Grabschrift eines Kleingläubigen

von Joseph Franz Ratschky (1757 – 1810)

Nach dem Französischen des Chevalier Parny.

Wien im April 1782.


Hier liegt ein Mann, der, als er lebte,
Stäts zwischen Glaubenszweifeln schwebte.
Er gieng, den Kopf von Skrupeln voll,
Aus dieser Welt, um von den Schaaren
Im Reich der Todten zu erfahren,
Was man im Leben glauben soll.

Der Geizhals

Aloys Blumauer (1755 – 1798)

Ein Geizhals fiel in einen Fluß, der tief
Und reissend war. Ein Fischer, der das Leben
Ihm retten wollte, sprang hinein und rief:
Er möchte nur die Hand ihm geben;
Allein der Geizhals sprach, indem er untersank:
Ich kann nichts geben, und ertrank.

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