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Samstag, 8. September 2007

Berlin

(An den Kanälen)
von Joachim Ringelnatz (1883 – 1934)

Auf den Bänken
An den Kanälen
Sitzen die Menschen,
Die sich verquälen.

Sausende Lichter,
Tausend Gesichter
Blitzen vorbei: Berlin.
Übers Gewässer
Nebelt Benzin . . .
Drunten wär's besser.

Hinter der Brücke
Flog eine Mücke
Ins Nasenloch.
Loch meiner Nase,
Nasenloch, niese doch
In die stille Straße!

Auf dem Omnibus, im Dach
Rütteln meine Knochen,
Werden gute Worte wach,
Bleiben ungesprochen. –

Ach, da fällt mir die alte Zeitungsfrau ein –
Vanblix oder Blax soll sie heißen –
Die hat ein so seltsames Schütteln am Bein,
Daß alle Hunde sie beißen. –

An den Kanälen
Auf den dunklen Bänken
Sitzen die Menschen, die
Sich morgens ertränken.

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iaago - 8. Sep, 11:28

:-(
dir wünsch ich besseres! :-)

Clarisse1 - 8. Sep, 12:01

Oh, vielen Dank

für die guten Wünsche :-)

Das Gedicht ist wirklich sehr melancholisch. Ich habe es ausgewählt, weil es Ringelnatz auf eine Art präsentiert, wie er vielen gar nicht bekannt ist. Meist wird er ja eher mit Versen wie denen von den "Ameisen" oder dem "Bumerang" in Verbindung gebracht.

Herzlich willkommen!


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