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Samstag, 3. Oktober 2009

Oktobersonne


"Die Silberlinden des Platzes und der ausmündenden Straßen waren schon gelb und dünn belaubt, aber eine heißrote Oktobersonne schien durch weißlichen Staub und Dunst und machte die grüne, weißschäumende Limmat, deren lebendige Wasser, rasch und wirbelnd nach der Aufstauung, zu den Mühlen unterhalb der Brücken niederrauschen, zu einem erfrischenden, Erquickung hauchenden Anblick."

Aus: Ilse Frapan (1849 – 1908): Arbeit. Berlin: Gebrüder Paetel 1903.

"Matt und warm lag die Oktobersonne über dem Land; die Wälder flammten im Herbstlaub, die Äcker dehnten sich kahl, den Hügeln der Frankenhöhe entlang zogen Wolken als föhniger Flaum."

Aus: Jakob Wassermann (1873 – 1934): Das Gänsemännchen. Berlin: S. Fischer 1915.

"So kam nun der große Festtag heran, von der goldig mildesten Oktobersonne geleitet, welche einen Duftschleier nach dem andern von der Erde hob und zerfließen ließ, bis alles Gelände mit Bäumen und Hügeln in warmem Farbenschmucke erglänzte und die Ferne ringsherum in geheimnisvollem Blau eine glückverheißende Zukunft darstellte."

Aus: Gottfried Keller (1819 – 1890): Das Sinngedicht. Berlin: W. Hertz 1882–1884.

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