Freitag, 22. September 2017

Zum Herbstanfang


Im Herbst


Wie mit Flor bezogen ist der Himmel,
Graue Nebel sinken feucht und schwer,
Und der Raben hungriges Gewimmel
Zieht auf Stoppelfeldern hin und her.

Blätter rauschen auf den öden Wegen,
Die ich froh und glücklich einst betrat;
Rauhe Lüfte hauchen mir entgegen,
Und durchschaueren die Wintersaat.

Ringsumher ist jede Spur verschwunden
Von des Sommers Lieblichkeit und Lust.
Nur in tiefen, unheilbaren Wunden
Regt sich noch sein Bild in meiner Brust.

Nur die Hoffnung hebt durch frische Farben
Die verblichne, freudenleere Welt;
Sammelt auch auf öden Fluren Garben,
Die sie in der Zukunft Felder stellt.

Und der Schwermuth schauerliche Nächte
Hellt uns oft ihr goldner Himmelsschein;
Freundlich führt uns ihre milde Rechte
In das Reich der Fantasieen ein.

Tön' auch mir mit Deinem Schmeichelworte,
Hoffnung, Frieden in das bange Herz;
Kränze windend um der Zukunft Pforte,
Deute Du der Sehnsucht ihren Schmerz.

Und wenn einst der Sommer wiederkehret,
Lass in seinem frischbelebten Grün
Jede Freude, die mein Herz entbehret,
Mir im Glück des Wiedersehens blühn.

Aus: Charlotte von Ahlefeld (1781 – 1849): Gedichte von Natalie. Berlin 1808.

Dienstag, 19. September 2017

Zeig Courage!


. . . nicht nur heute!

Montag, 18. September 2017

Tag der Zivilcourage am 19.09.2017


Informationen dazu gibt es hier:

Mittwoch, 16. August 2017

Erster Satz aus


Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva

von Christoph Martin Wieland (1733 – 1813)

"In einem alten baufälligen Schlosse der Spanischen Provinz Valencia lebte vor einigen Jahren ein Frauenzimmer von Stande, die zu derjenigen Zeit, da sie in der folgenden Geschichte ihre Rolle spielte, bereits über ein halbes Jahrhundert unter dem Nahmen Donna Mencia von Rosalva – sehr wenig Aufsehens in der Welt gemacht hatte."

Montag, 17. Juli 2017

Wie wahr . . .

Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zur Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei.
Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)

Mittwoch, 12. Juli 2017

Erster Satz aus


Abu Telfan

von Wilhelm Raabe (1831 – 1910)

"An einem zehnten Mai zu Anfange des siebenten Jahrzehnts dieses, wie wir alle wissen, so hochbegnadeten, erleuchteten, liebenswürdigen neunzehnten Jahrhunderts setzte der von Alexandria kommende Lloyddampfer ein Individuum auf dem Molo von Triest ab, welches sich durch manche Sonderlichkeit im bunten Gewimmel der übrigen Passagiere auszeichnete und selbst den an mancherlei Erscheinungen der Menschen und Völker gewöhnten Tergestinern als etwas Neues sich darstellte."

Mittwoch, 5. Juli 2017

Erster Satz aus


Aus dem Leben eines Taugenichts

von Joseph von Eichendorff (1788 – 1857)

"Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Türschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen; mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine."

Sonntag, 2. Juli 2017

Erster Satz aus


Das Odfeld

von Wilhelm Raabe (1831 – 1910)

"Dicht am Odfelde, in der angenehmsten Mitte des Tilithi- oder auch Wikanafeldistan-Gaus, liegt auf dem Auerberge über dem romantischen, vom lustigen Forstbach durchrauschten, heute freilich arg durch Steinbrecherfäuste verwüsteten Hooptal das uralte Kloster Amelungsborn."

Samstag, 1. Juli 2017

Wie wahr . . .

Fremde Erfahrungen streifen das Gedächtnis,
eigne verleihen Fähigkeiten.
Emanuel Wertheimer (1846 – 1916)

Freitag, 30. Juni 2017

Frage und Antwort

von Friedrich Hebbel (1813 – 1863)

"Was ist die Liebe? Sag es mir,
Der du so vieles weißt!
Du bist ein Dichter: frage an
Bei deinem Dichtergeist!"

Ich weiß es wohl, doch kann ich's nicht
In Worten dir vertraun;
Ein Mittel gibt es: Liebe mich,
Da wirst du's deutlich schaun!

Mittwoch, 3. Mai 2017

Wenn ich lese . . .

An Zerstreuung läßt es uns die Welt nicht fehlen;
Wenn ich lese, will ich mich sammeln [...].
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Sonntag, 23. April 2017

Heute ist:


Welttag-des-Buches1

Mittwoch, 29. März 2017

Warum man schreibt . . .


"Wenn man nicht an sich selbst glaubte, dürfte man ja überhaupt nicht schreiben. Es sagte mir einmal Fritz Mauthner, als wir beide noch Anfänger waren, ungefähr dies: 'Man schreibt, weil man das, worüber man schreibt, besser zu verstehen glaubt als andere Leute.'"

Aus: Ida Boy-Ed: Ich selbst? In: Berliner-Lokalanzeiger, 14. Juli 1922

Mittwoch, 22. März 2017

Menschliche Natur . . .

Man beneidet manchen um das,
worum er sich bedauert.
Emanuel Wertheimer (1846 – 1916)

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"Es gibt Worte, die nie gesagt werden dürfen, sonst sterben sie ..." – Kurt Tucholsky

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IN MEMORIAM


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HELMUT ZEH

† 1. Juli 2005

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