Freundschaft
von Wilhelm Busch (1832 – 1908)
Wer andern gar zu wenig traut,
Hat Angst an allen Ecken;
Wer gar zu viel auf andre baut,
Erwacht mit Schrecken.
Es trennt sie nur ein leichter Zaun,
Die beiden Sorgengründer;
Zu wenig und zu viel Vertraun
Sind Nachbarskinder.
Clarisse1 - 22. Aug, 11:28
Kuno Bärenbold: Letzte Verführung. Nachgelassene Texte herausgegeben von Matthias Kehle und Thomas Lindemann.
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Clarisse1 - 6. Nov, 21:17
Diß sind wahre Freunde nicht / welche gutte Worte geben /
Und / was von dem Freunde kommt / alles in den Himmel heben.Hans Aßmann von Abschatz (1646 – 1699)
Clarisse1 - 15. Jun, 12:04
von Anna Louisa Karsch (1722 – 1791)
1775.
Deine Seele giebt mir immer
Neues Feuer, machet mich
Immer neu verliebt in dich,
Wie der helle Sternenschimmer
In der schönen Winternacht;
Wie der Frühling mich gerührter
Durch die schöne Rose macht;
Wie der grüne Baum gezierter
Durch die Frucht mir mehr gefällt:
So gefällst du mir vor allen,
Und wirst noch in jener Welt
Bei den Engeln mir gefallen.
Clarisse1 - 12. Mai, 11:15
von Joachim Ringelnatz (1883 – 1934)
Erster Teil
Es darf eine Freundschaft formell sein,
Muß aber genau sein.
Eine Freundschaft kann rauh sein,
Aber muß hell sein.
Denn Allzusprödes versäumt oder verdirbt
Viel. Weil manchmal der Partner ganz plötzlich stirbt.
Mehr möchte ich nicht darüber sagen.
Denn ich sitze im Speisewagen
Und fühle mich aus Freundschaft wohl
Bei "Gedämpfter Ochsenhüfte mit Wirsingkohl".
Zweiter Teil
Die Liebe sei ewiger Durst.
Darauf müßte die Freundschaft bedacht sein.
Und, etwa wie Leberwurst,
Immer neu anders gemacht sein.
Damit man's nicht überkriegt.
Wer einmal den Kanal
Überfliegt,
Merkt: Der ist so und so breit.
Und das ändert sich kaum
In menschlein-absehbarer Zeit.
Wohl aber kann man dies Zwischenraum
Schneller oder kürzer durchqueren.
Wie? Das muß die Freundschaft uns lehren.
Ach, man sollte diesen allerhöchsten Schaft,
Immer wieder einmal jünglingshaft
Überschwenglich begießen.
Eh' uns jener ausgeschlachtete Knochenmann dahinrafft.
Clarisse1 - 6. Feb, 18:01
Es gibt wenig aufrichtige Freunde – die Nachfrage ist auch gering.Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
Clarisse1 - 6. Feb, 13:53
Freundschaft ist partiale Ehe und Liebe ist Freundschaft von allen Seiten und nach allen Richtungen, universelle Freundschaft. Das Bewußtsein der notwendigen Grenzen ist das Unentbehrlichste und das Seltenste in der Freundschaft.Ludwig Börne (1736 – 1837)
Clarisse1 - 24. Jan, 10:35
Freundschaft kritisiert nicht in der Stunde des Leidens, sagt nicht nüchtern verständig "wenn du es so oder so gemacht hättest", sondern öffnet einfach die Arme und spricht: "Ich frage nicht, ich urteile nicht, hier ist ein Herz, daran ruh aus." Ja, wenn man immer im voraus wüßte, wie man handeln müßte, dann gäb es keinen Irrtum. Die Freundschaft rät und warnt vorher; nachher liebt sie, das nur ist die echte; die falsche macht es umgekehrt.Malwida Freiin von Meysenbug (1816 – 1903)
Clarisse1 - 17. Jan, 11:26
Ich lobe mir den Freund, der wachsen macht; vor trocknen Seelen nimm dich, Herz, in acht.Christian Morgenstern (1871 – 1914)
Clarisse1 - 10. Mai, 16:22