Mai

Mittwoch, 6. Mai 2009

Maienregen


In den Maienregen sollen die Kinder hinausstehen,
daß sie recht groß werden.


Anton Birlinger (1834 – 1891): Sagen, Märchen, Volksaberglauben. Freiburg im Breisgau: Herder'sche Verlagshandlung 1861.

Wer's nicht glauben mag, der lese hier weiter.

Sonntag, 3. Mai 2009

Maiengruß an den Redakteur

von Joachim Ringelnatz (1883 – 1934)

Frühlingszartes Wohlbehagen
Schwellt erfrorne Poesie.
Maiberauscht im Speisewagen
Ballt sich etwas wie Genie.

Weil Berlin voraus in Sicht ist
Und die Sonne mich bestrahlt.
Und je länger ein Gedicht ist,
Desto besser wird's bezahlt.

Darum: Hundertzweiundneunzig
Tausend und fünfhundertzwei
Oder noch mehr Leute freun sich.
Denn der Winter ist vorbei.

Elf Millionen zweimal hundert
Tausend siebenhundertzehn
Menschen sind etwas verwundert,
Weil kein Maikäfer zu sehn.

Sechs Billionen zwölf Milliarden –
Schätzungsweise – fragen sich:
Wo steckt Maximilian Harden.
Nun, verflucht, was kümmert's mich.

Vier Trillionen neun Billionen
Zirka siebenhundertelf
Milliarden fünf Millionen
Achtzehntausend hundertzwölf – –

Und ich könnte das erweitern
Bis in die Unendlichkeit,
Doch ein Dichter tritt den heitern
Frühlingszarten Mai nicht breit.

Sondern trinkt, sich selbst beschränkend,
Maienbowle, Maienkraut,
Seines Redakteurs gedenkend,
Dem er voll und ganz vertraut.

Freitag, 1. Mai 2009

Erster Mai

Max Dauthendey (1867 – 1918)

Erster Mai.
Alle Wiesen keimen,
Alle Vögel reimen,
Kleine Blumen scheinen,
Mädchen in lachendem Schwarm,
Tausend Sonnen warm.

Mai, du machst mich arm,
Ich muß niederknien,
In meine Hände weinen.

Maien

von John Brinckman (1814 – 1870)

De Mai, de Mai is kamen;
nu gah wi, jung un olt,
nu gah wi alltosamen
in't Holt, in't gröne Holt.

Nu frische Maien hal wi
un stäk' se an üns' Höd,
nu sett' in't Holt üns dal wi
un sing' üns' ollen Leed;

een jeder nah sin Gaben,
in eens noch eens so schön,
bet dat de Stirn dor baben
sick wisen een bi een.

Un wenn't dorœwer Nacht ward,
wat heet, wat deit dat grot,
wu sungen, küßt un lacht ward?
Kumm, sett di up min'n Schot!

De Busch, de Busch so dicht hier,
so warm de gröne Nacht;
de Flämmstirn, de gäw' Licht hier,
mihr, as wi bruken, sacht;

dat Männken sik to Wiwken
un Münd to Münd sick finnt,
min Arm sick üm din Liwken,
din üm min'n Hals sick winnt.

Nu sett di to üns her eens
in't Moß, Fru Nachtigall,
nu kumm un sing üns vör eens
din Hochtitsleeder mal!

Maikaterlied

von Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910)

Maikater singt die ganze Nacht:
Der Frühling ist erwacht, erwacht,
Der Frühling ist erwacht!
Gleich einem Reis trägt er den Schwanz;
Wärn Blätter dran, so wärs ein Kranz;
Er flötet:
Oh holde Mimamausamei,
Wer dich zu lieben wagt, der sei
Getötet!
Ich ganz alli-alla-allein,
Nur ich darf dein Geschpusi sein,
Bis daß es morgenrötet.

Im Mai sind alle Blätter grün,
Im Mai sind alle Kater kühn
Und alle Jüngelinge.
Und wer ein Herz hat, faßt sich eins,
Und wär sich keins faßt, hat auch keins;
Singe mein Kater, singe!

Mist, zu spät . . .


Wenn man sich Maitag vor Sonnenaufgang nackend im Thau wälzt, so wird man dadurch befreit von jeder Krankheit, welcher Art sie auch sein mag. (Aus Warlow bei Ludwigslust. Seminarist Zengel.)

Aus: Gebräuche und Aberglaube – gesammelt von Karl Bartsch (1832 – 1888)

Sonntag, 18. Mai 2008

Plattdeutsches zum Mai


Maien

De Mai, de Mai is kamen;
nu gah wi, jung un olt,
nu gah wi alltosamen
in't Holt, in't gröne Holt.

Nu frische Maien hal wi
un stäk' se an üns' Höd,
nu sett' in't Holt üns dal wi
un sing' üns' ollen Leed;

een jeder nah sin Gaben,
in eens noch eens so schön,
bet dat de Stirn dor baben
sick wisen een bi een.

Un wenn't dorœwer Nacht ward,
wat heet, wat deit dat grot,
wu sungen, küßt un lacht ward?
Kumm, sett di up min'n Schot!

De Busch, de Busch so dicht hier,
so warm de gröne Nacht;
de Flämmstirn, de gäw' Licht hier,
mihr, as wi bruken, sacht;

dat Männken sik to Wiwken
un Münd to Münd sick finnt,
min Arm sick üm din Liwken,
din üm min'n Hals sick winnt.

Nu sett di to üns her eens
in't Moß, Fru Nachtigall,
nu kumm un sing üns vör eens
din Hochtitsleeder mal!

Aus: John Brinckman (1814 – 1870): Vagel Grip. En Doenkenbok, Güstrow: Opitz 1859.

Samstag, 17. Mai 2008

Mairegen

von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874)

Solltest doch lieber ins Häuschen gehn!
Wirst ja am Ende ganz naß.
Wozu doch willst du im Regen stehn?
Sag, wozu nützet dir das?

"Mairegen macht, daß man größer wird:
Größer doch möcht' ich gern sein.
Wär' ich, o Mütterchen, groß genug,
Ging ich gewiß nicht hinein."

– – –

Wer's nicht glauben mag, lese dazu auch: Karl Bartsch (1832 – 1888): Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg. Wien: Braumüller 1879/80.

"Bi'n Sünnenregen, am besten bi'n Mairegen, möten de Kinner ahn Mütz in'n Regen gahn, denn warden sei gaud grot." Allgemein.

"Wer im Mairegen geht wird wachsen, selbst derjenige, der schon ausgewachsen ist." Domänenpächter Behm in Nienhagen.

Dienstag, 6. Mai 2008

Mai

von Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910)

Nun aber hebt zu singen an
Der Mai mit seinen Winden.
Wohl dem, der suchen gehen kann
Und bunte Blumen finden!

Die Schönheit steigt millionenfach
Empor aus schwarzer Erden;
Manch eingekümmert Weh und Ach
Mag nun vergessen werden.

Denn dazu ist der Mai gemacht,
Daß er uns lachen lehre.
Die Herzen hoch! Und fortgelacht
Des Grames Miserere!

Donnerstag, 1. Mai 2008

Erster Mai . . .

von Max Dauthendey (1867 – 1918)

Erster Mai.
Alle Wiesen keimen,
Alle Vögel reimen,
Kleine Blumen scheinen,
Mädchen in lachendem Schwarm,
Tausend Sonnen warm.

Mai, du machst mich arm,
Ich muß niederknien,
In meine Hände weinen.

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HELMUT ZEH

† 1. Juli 2005

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