Kritik(er)
Kritiker – wie Lakaien vor der Saaltüre bei einem Hofball, sie können schlechtgekleidete und unberechtigte Leute abweisen und gute einlassen, aber sie selbst, die Türsteher, dürfen nicht hinein.Heinrich Heine (1797 – 1856)
Clarisse1 - 16. Okt, 17:49
Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben.Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)
Clarisse1 - 26. Aug, 12:14
Jeder, der kritisch tätig ist, sollte täglich dreimal dieses Gebet beten: Damit, daß du kritisierst, bist du dem Werk nicht überlegen; dadurch bist du ihm nicht überlegen; dadurch bist du ihm nicht überlegen.Peter Panter [i. e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Clarisse1 - 21. Aug, 13:15
von Ignaz Wrobel [i. e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Da oben spielen sie ein schweres Drama
mit Weltanschauung, Kampf von Herz und Pflicht:
Susannen attackiert ein ganz infama
Patron und läßt sie nicht.
Ich sitze im Parkett und zück den Faber
und schreibe auf, ob alles richtig sei;
Exposition, geschürzter Knoten – aber
ich denk mir nichts dabei.
Mein Herz weilt fromm bei jenem lieben Kinde,
das lächelnd eine Kindermagd agiert:
ich streichle ihr im Geiste sehr gelinde,
was sie so lieblich ziert,
Nun sieh mal einer diese süßen Pfoten,
dies Seidenhaar mit einem Häubchen drauf –
es gibt da sicher manch geschürzten Knoten:
ich löst ihn gerne auf.
Wer sagte da, daß ich nicht sachlich bliebe?
(Nu sieh mal einer dieses schlanke Bein!)
Begeisterung, Freude am Beruf und 'Liebe' –:
So soll es sein!
Clarisse1 - 13. Aug, 09:18
von Arno Holz (1863 – 1929)
Wenn die Kritiksucht unsre Kunst,
En masse schablonenhaft verhunzt,
Fällt mir der Vers ein, der famose:
Du stinkst, sprach einst das Schwein zur Rose.
Clarisse1 - 6. Aug, 23:02
von Franz Grillparzer (1791 – 1872)
Der Hund bellt an den Mond,
Der leuchtet wie gewohnt,
Gibt sich durch Strahlen kund
Und bleibt der holde Mond,
So wie der Hund – ein Hund.
Clarisse1 - 5. Aug, 12:10
von Emmanuel Geibel (1815 – 1884)
Ich hört' einmal ein Brüllen groß,
Schon dacht' ich: "Himmlischer Vater!
Das ist ein Leu!" Doch fand ich bloß
Einen ganz gewöhnlichen Kater.
Mag man immer den Löwenton
Dem putzigen Tierchen verstatten!
Die Bären und Panther läßt es schon
Und fängt uns die Mäus' und die Ratten.
Clarisse1 - 4. Aug, 15:29
Ein Rezensent, der zu den passenden Worten immer ein Urteil findet.Karl Kraus (1874 – 1936) in: Sprüche und Widersprüche. Wien/Leipzig: Verlag 'Die Fackel'. 1924.
Clarisse1 - 2. Aug, 15:14
Es glaube doch nicht jeder, der imstande war, seine Meinung von einem Kunstwerk aufzuschreiben, er habe es kritisiert.Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
Clarisse1 - 4. Apr, 12:13
Langweilig; formlos; breit; die Resultate Nieten;
Hierin kann Recensent den Autor überbieten.August Wilhelm von Schlegel (1767 – 1845)
Clarisse1 - 14. Mrz, 14:14