Butterblumengelbe Wiesen,
sauerampferrot getönt, –
o du überreiches Sprießen,
wie das Aug dich nie gewöhnt!
Wohlgesangdurchschwellte Bäume,
wunderblütenschneebereift –
ja, fürwahr, ihr zeigt uns Träume,
wie die Brust sie kaum begreift.
Christian Morgenstern (1871 – 1914)
Clarisse1 - 9. Jul, 12:07
Zwischen Können und Tun liegt ein Meer und auf seinem Grunde gar oft die gescheiterte Willenskraft.Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
Clarisse1 - 8. Jul, 12:48
von Kurt Tucholsky (1890 – 1935)
Warum lächelt die Mona Lisa
Weil sie
Hitkinsons Verdauungspastillen
eingenommen hat
und so
von ihrer lästigen Verstopfung
für immer befreit ist!
Wollen Sie
auch lächeln?
Dann …
Amerikanisches Inserat
Clarisse1 - 7. Jul, 17:03
Der Verstand, der uns nicht hindert, hie und da eine großherzige Dummheit zu begehen, ist ein braver Verstand.Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
Clarisse1 - 7. Jul, 16:02
Clarisse1 - 1. Jul, 16:09
Manchmal ist Schweigen auch: Zeitmangel, Ignoranz, Überbürdung, Mangel an den letzten, entscheidenden zehn Karat Interesse . . . Peter Panter [i.e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Clarisse1 - 30. Jun, 11:42
von Theobald Tiger [i.e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Morgens, vom letzten Schlaf ein Stück,
nimm mich ein bißchen mit –
auf deinem Traumboot zu gleiten ist Glück –
Die Zeituhr geht ihren harten Schritt . . .
pick-pack . . .
"Sie schläft mit ihm" ist ein gutes Wort.
Im Schlaf fließt das Dunkle zusammen.
Zwei sind keins. Es knistern die kleinen Flammen,
aber dein Atem fächelt sie fort.
Ich bin aus der Welt. Ich will nie wieder in sie zurück –
jetzt, wo du nicht bist, bist du ganz mein.
Morgens, im letzten Schlummer ein Stück,
kann ich dein Gefährte sein.
Clarisse1 - 29. Jun, 18:26
In der Kunst gibt es nur ein Kriterium: die Gänsehaut. Man hat es, oder man hat es nicht.Peter Panter [i.e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Clarisse1 - 23. Jun, 16:43
von Kaspar Hauser [i.e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
[...] Verschüttet ist es bei dir.
Du wolltest leben
und kamst nicht dazu.
Du willst leben
und vergißt es vor lauter Geschäftigkeit.
Du willst das spüren, was in dir ist,
und hast eifrig zu tun mit dem, was um dich ist –
Verschüttet ist dein Lebensgefühl.
Wenn du tot bist, wird es dir sehr leid tun.
Noch ist es Zeit –!
Clarisse1 - 19. Jun, 12:11
Der soziologische Horizont der meisten Menschen ist klein wie der Boden einer Konservenbüchse. Sie wähnen sich im Himmel.Peter Panter [i.e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Clarisse1 - 18. Jun, 17:17
O Feigheit, die sich für Größe hält!Friedrich Hebbel (1813 – 1863)
Clarisse1 - 12. Jun, 12:50
Politik ist zum Gezänk geworden. Opposition zum einflußlosen Krakeelertum.Kurt Tucholsky (1890 – 1935)
Clarisse1 - 6. Jun, 13:39
Er hat alle Frauen bekommen, die er begehrt hat – und er hat aus Vorsicht nur die begehrt, die er bekommen konnte.Ignaz Wrobel [i.e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Clarisse1 - 5. Jun, 13:42
Nur kleine Flaschen haben einen Tropfenzähler – sprudelndes Quellwasser wird im allgemeinen nicht rationiert.Peter Panter [i.e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Clarisse1 - 3. Jun, 13:19
von Theobald Tiger [i.e. Kurt Tucholsky (1890 – 1935)]
Einmal müssen zwei auseinandergehn;
einmal will einer den andern nicht mehr verstehn – –
einmal gabelt sich jeder Weg – und jeder geht allein –
wer ist daran schuld?
Es gibt keine Schuld. Es gibt nur den Ablauf der Zeit.
Solche Straßen schneiden sich in der Unendlichkeit.
Jedes trägt den andern mit sich herum –
etwas bleibt immer zurück.
Einmal hat es euch zusammengespült,
ihr habt euch erhitzt, seid zusammengeschmolzen, und dann erkühlt –
Ihr wart euer Kind. Jede Hälfte sinkt nun herab –:
ein neuer Mensch.
Jeder geht seinem kleinen Schicksal zu.
Leben ist Wandlung. Jedes Ich sucht ein Du.
Jeder sucht seine Zukunft. Und geht nun mit stockendem Fuß,
vorwärtsgerissen vom Willen, ohne Erklärung und ohne Gruß
in ein fernes Land.
Clarisse1 - 25. Mai, 13:56