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Samstag, 8. September 2007

Berlin

von Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Ich liebe dich bei Nebel und bei Nacht,
wenn deine Linien ineinander schwimmen, –
zumal bei Nacht, wenn deine Fenster glimmen
und Menschheit dein Gestein lebendig macht.

Was wüst am Tag, wird rätselvoll im Dunkel;
Wie Seelenburgen stehn sie mystisch da,
die Häuserreihn mit ihrem Lichtgefunkel;
und Einheit ahnt, wer sonst nur Vielheit sah.

Der letzte Glanz erlischt in blinden Scheiben;
In feine Schachteln liegt ein Spiel geräumt:
gebändigt ruht ein ungestümes Treiben,
und heilig wird, was so voll Schicksal träumt.

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