Neun Zehntel unserer ganzen Literatur hat keinen andern Zweck, als dem Publikum einige Taler aus der Tasche zu spielen: Dazu haben sich Autor, Verleger und Rezensent fest verschworen.Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)
Clarisse1 - 4. Feb, 10:06
Wenn ich ein Brechmittel brauche, hole ich es lieber aus der Apotheke als aus der Buchhandlung.Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
Clarisse1 - 3. Feb, 10:30
Ein anregendes Buch – eine den Appetit reizende Speise.Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
Clarisse1 - 2. Feb, 10:42
Clarisse1 - 31. Jan, 17:46
Die Kunst ist dem Philister der Aufputz für des Tages Müh' und Plage. Er schnappt nach den Ornamenten, wie der Hund nach der Wurst.Karl Kraus (1874 – 1936)
Clarisse1 - 31. Jan, 10:52
Viele erinnern nur noch durch ihren Haß, daß sie einer Religion angehören.Emanuel Wertheimer (1846 – 1916)
Clarisse1 - 30. Jan, 11:51
von August von Platen (1796 – 1835)
Laß tief in dir mich lesen,
Verhehl auch dies mir nicht,
Was für ein Zauberwesen
Aus deiner Stimme spricht?
So viele Worte dringen
Ans Ohr uns ohne Plan,
Und während sie verklingen,
Ist alles abgetan.
Doch drängt auch nur von ferne
Dein Ton zu mir sich her,
Behorch ich ihn so gerne,
Vergeß ich ihn so schwer!
Ich bebe dann, entglimme
Von allzurascher Glut:
Mein Herz und deine Stimme
Verstehn sich gar zu gut!
Clarisse1 - 28. Jan, 10:25
Glaube dem Leben, es lehrt besser als Redner und Buch.Johann Wolfgang Goethe (1749 – 1832)Lesen Sie, um zu leben.Gustave Flaubert (1821 – 1880)Bücher sind in ihrer Art in Ordnung, aber sie sind ein verdammt blutarmer Lebensersatz.Robert Louis Stevenson (1850 – 1894)
Clarisse1 - 26. Jan, 10:36
von Max Dauthendey (1867 – 1918)
Es geht ein Licht vom Himmel wie Rosenmilch. Geht durch die leeren Bäume über den Schnee, über das Schilfdach einer Hütte, über einen kauernden blauen Mann und eine gelbe ziehende Herde.
Der Schnee in blauen Scherben auf dem Hüttendach, um die Hütte in gelben Meerschaumwellen. Vergißmeinnichtblüten und Rosa in den Schneegruben. Der Schnee knistert fiebernd wie Seide. Seiden die Luft, goldweiß und goldrosig gestrählt.
Opalfarben schweben über den Schnee, kaum hörbar, zart wie der Atem der Perlen.
Aber über allem bricht rauschend das Licht im Duftguß aus weißem Kern. Steht in weißem Rosa und höher Gold, blasses Silbergold, und blüht entfaltet wie eine Blume.
Es wird lebendig der Schnee. In blauglimmenden Schatten steigen Flammen und aus Kristallbrüchen Gase, blaue und rosige weiten die Luft. Mit ihnen summende violette Dämpfe, rauschen unter der Hütte, saugen sich im Baumgeäst hoch. Die kahlen Bäume stehen in der Luft, wie die rosigen Adern auf durchsichtigen Blütenblättern.
Es geht aus allem eine nadeldünne Kühle, eine streichelnde Weichheit, wie die Schiller auf kühlen Muschelschalen und Perlmutter.
Der blaue Mann steht gebeugt im Licht. An ihm vorbei zieht die Schafherde aus der Hütte und breitet sich über den Schnee.
Es geht warmer Lichtfriede über den kalten Schnee. Auf Engelfittichen eine kinderlallende Andacht. Im schmeichelnden Gießen von Düften das Entfalten einer Taube auf rosigem Silbergrund. Das wispernde Beten ganz kleiner runder Engel mit Veilchenaugen und Blütenstaub im Haar und Daunenflügel am Nacken. Und Musik von elfenbeinernen Harfen.
Clarisse1 - 25. Jan, 14:03
Wann wirst du wiederkommen, wohlthätiger Winter, die Wasser befestigen, daß wir unseren Schlittschuhtanz wieder anfangen!Johann Wolfgang Goethe (1749 – 1832)
Clarisse1 - 24. Jan, 11:46
von Peter Altenberg (1859 – 1919)
"Oh mein Freund, was für eine Frau wünschtest Du Dir denn eigentlich?!?"
"Eine, die meine Höhen 'mit Enthusiasmus' und meine Abgründe 'ohne Schaudern' miterlebte!"
Clarisse1 - 21. Jan, 15:18
" [. . .] Sehen wir doch einmal zu, wer unter den Vertretern der älteren Generation neben den Modeärzten heute die Psychoanalyse betreibt. Die erstaunliche Antwort ist: fast nur Kurpfuscher der sogen. gebildeten Kreise; verunglückte Schriftsteller, schöpfungslose Dichter, Morphinisten, um die Ecke gegangene Mediziner – lauter Menschen, die keiner von uns ohne starke Bedenken an seinem Schreibtisch etwa allein lassen möchte. Alle diese psycho-analytischen Quacksalber wälzen wie im Fieber unablässig den Jargon der Schule mit vollen Backen im Munde. Aber faßt man sie ins Auge, so findet man stets, daß der Bruch in ihrem Berufsleben kein zufälliger ist, sondern daß ihre neue Wissenschaft nur ein Vorwand zur Loslösung von älteren Verpflichtungen ist; und daß sie selbst merkwürdig feige, unsichere und verantwortungslose Typen sind, die sich ans Deuten heranmachen, weil sie nie ans Handeln gehen werden, und die stets mehrere Wege offenhalten, weil sie sich selbst nicht entscheiden wollen."
Aus: Ludwig Rubiner (1881–1920): Zur Krise des geistigen Lebens. – In: Zeitschrift für Individualpsychologie (München), 1. Jg. 1916.
Clarisse1 - 19. Jan, 14:46
Auf ein lesenswertes Buch kommt eine Myriade beschmutztes Papier.Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)
Clarisse1 - 14. Jan, 11:18
von Betty Paoli (1814 – 1894)
"Was du von dieses Berges Zinnen
Erschaust im weitgedehnten Kreis,
Durch meine Gunst kannst du's erringen,
Und, wahrlich, um geringen Preis.
Ich trage dich zu Ruhm und Ehre
Empor mit meines Fittichs Schwung!
Du fragst, was ich dafür begehre?
Nichts als nur deine Huldigung.
Jedwedes Ziel magst du erstreben,
Wenn du vor mir die Kniee beugst,
Und mit der Ehrfurcht scheuem Beben
Für meine Oberhoheit zeugst.
Dein sei das Maß der Herrlichkeiten,
So lang du mir zu Willen bist!"
Der Satan sprach's in alten Zeiten,
Und heute sagt's der Journalist.
Clarisse1 - 11. Jan, 14:10
von Alfred Lichtenstein (1889 – 1915)
Helle Länder sind deine Augen.
Vögelchen sind deine Blicke,
Zierliche Winke aus Tüchern beim Abschied.
In deinem Lächeln ruh ich wie in spielenden Booten.
Deine kleinen Geschichten sind aus Seide.
Ich muß dich immer ansehen.
Clarisse1 - 10. Jan, 16:33
von Luise Hensel (1798 – 1876)
Mir wird's zu eng in meinem Haus,
Ich muß in's weite Feld hinaus.
Ich will durch öde Haide gehn,
Wo Stürm' in hohen Tannen wehn:
Vielleicht verweht der trübe Schmerz,
Vielleicht schweigt dort mein jammernd Herz.
Ich will am Quellenbächlein stehn,
Will in die klaren Wellen sehn:
Vielleicht versenk' ich meinen Schmerz;
Dort schweigt ein Weilchen wohl mein Herz.
Ich will auf hohe Berge gehn,
Will weit durch ferne Fluren späh'n:
Vielleicht verliert sich dort mein Schmerz,
Vielleicht vergeß ich so mein Herz.
Ich will nach Blumen suchen gehn,
Will mich mit Kränzen schmücken schön,
In Blüthen bergen meinen Schmerz:
Vielleicht betrüg' ich so mein Herz.
Ich will – ach nein, ich will nichts mehr;
Die Welt ist trüb' und kalt und leer.
Clarisse1 - 10. Jan, 13:41
Die treffendste wahrste Schilderung der Liebe ist, daß sie nicht geschildert werden kann.Sophie Mereau (1770 – 1806)
Clarisse1 - 10. Jan, 12:16